WiseRay Ratgeber

Strahlenschutzfortbildung dokumentieren: UE, Zuständigkeiten und Nachweise

Interdisziplinäres Spitalteam bespricht die Strahlenschutzorganisation.

Stand: Oktober 2026

Eine Fortbildung ist organisatorisch erst dann vollständig erfasst, wenn Inhalt, Umfang und Teilnahme nachvollziehbar dokumentiert sind. Für Schweizer Betriebe gehört dazu ein Aus- und Fortbildungskonzept, das die Anforderungen der verschiedenen Tätigkeiten berücksichtigt.

Kernaussage: Ein betrieblicher Fortbildungsplan verbindet die Aufgaben der Mitarbeitenden mit den erforderlichen Unterrichtseinheiten, den geltenden Fristen und den tatsächlich vorhandenen Nachweisen.

Wer ist für die Fortbildungsplanung verantwortlich?

Die Bewilligungsinhaberin beziehungsweise der Bewilligungsinhaber trägt die Verantwortung dafür, dass im Betrieb die erforderlichen Strahlenschutzkompetenzen vorhanden sind. Die strahlenschutzsachverständige Person übernimmt im betrieblichen Konzept eine wesentliche Rolle bei der fachlichen Koordination und Überprüfung.

Zunächst müssen die strahlenschutzrelevanten Tätigkeiten erfasst werden. Dazu gehören beispielsweise die Bedienung von Röntgenanlagen, Durchleuchtung, der Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen und besondere Sachverständigenfunktionen.

Anschliessend wird festgelegt, welche Ausbildungen und Fortbildungen für die jeweiligen Tätigkeiten erforderlich sind. Dabei können innerhalb eines Betriebs unterschiedliche Fortbildungsumfänge gelten.

Eine Schulungsmatrix kann diesen Zusammenhang übersichtlich darstellen. Sie ordnet den Mitarbeitenden oder Funktionen die notwendigen Qualifikationen, Fortbildungsumfänge und vorgesehenen Nachweise zu.

Entscheidend ist, dass die Matrix nicht nur eine Liste besuchter Veranstaltungen enthält. Sie soll erkennbar machen, welche Anforderungen für eine bestimmte Tätigkeit gelten und wie der Betrieb deren Erfüllung überprüft.

Das BAG verlangt deshalb ein betriebliches Aus- und Fortbildungskonzept, in dem Zuständigkeiten, betroffene Berufsgruppen und organisatorische Abläufe festgelegt werden.

Welche Angaben gehören in die Fortbildungsdokumentation?

Für jede absolvierte Fortbildung sollte nachvollziehbar sein, wer teilgenommen hat, wann die Veranstaltung stattgefunden hat und welche Inhalte vermittelt wurden. Der Umfang wird in Unterrichtseinheiten dokumentiert.

Nach den BAG-Vorgaben muss eine Teilnahmebestätigung insbesondere Name, Vorname, Geburtsdatum, Veranstaltungsdatum, Inhalte und Anzahl der Unterrichtseinheiten enthalten. Bei digitaler Fortbildung ist zudem eine geeignete Teilnahmeerfassung erforderlich.

Die persönliche Fortbildungsübersicht sollte diese Angaben mit den jeweiligen Anforderungen verbinden. Sinnvolle Felder sind Tätigkeit, Fortbildungsperiode, erforderliche UE, absolvierte UE und Verweis auf die vorhandene Teilnahmebestätigung.

Eine solche Übersicht ermöglicht es, fehlende Fortbildungseinheiten rechtzeitig zu erkennen. Ebenso lassen sich Wechsel zwischen Tätigkeitsbereichen nachvollziehen und der Schulungsbedarf neu bewerten.

Wichtig ist die Trennung zwischen Grundausbildung und Fortbildung. Eine zusätzliche Strahlenschutzausbildung kann den Beginn einer neuen Fortbildungsperiode beeinflussen, ist aber nicht automatisch als Fortbildung anzurechnen.

Die Unterlagen müssen so organisiert sein, dass sie bei einer behördlichen Überprüfung verfügbar sind.

Wie werden Fristen und fehlende Nachweise behandelt?

Die Strahlenschutzfortbildung ist grundsätzlich mindestens alle fünf Jahre zu absolvieren. Das BAG erlaubt unterschiedliche Modelle für die betriebliche Fristenverwaltung.

Ein Betrieb kann individuelle Fortbildungsperioden verwenden, die sich am Ausbildungsabschluss orientieren. Alternativ sind gemeinsame Fünfjahresperioden möglich. Für viele Betriebe sind beispielsweise die Perioden 2023 bis 2027 und 2028 bis 2032 relevant.

Welches Modell gilt, muss im Aus- und Fortbildungskonzept festgehalten werden. Dadurch lassen sich Fristen für Mitarbeitende und Vorgesetzte einheitlich nachvollziehen.

Wurde der erforderliche Fortbildungsumfang nicht rechtzeitig erbracht, bleibt die abgeschlossene Grundausbildung grundsätzlich gültig. Die betreffenden strahlenschutzrelevanten Tätigkeiten dürfen jedoch erst wieder ausgeübt werden, wenn die fehlende Fortbildung nachgeholt wurde.

Das betriebliche Konzept soll deshalb auch festlegen, wie fehlende Nachweise erkannt, kommuniziert und nachgeholt werden.

Eine regelmässige Überprüfung der Schulungsmatrix unterstützt diesen Prozess. Besonders wichtig sind Stellenwechsel, neue Aufgaben, zusätzliche Geräteberechtigungen und Änderungen der gesetzlichen oder betrieblichen Anforderungen.

Praxis-Checkliste

  • Strahlenschutzrelevante Tätigkeiten und Funktionen erfassen.
  • Verantwortlichkeiten für Ausbildung und Fortbildung festlegen.
  • Erforderliche UE je Tätigkeit bestimmen.
  • Individuelle oder gemeinsame Fortbildungsperioden dokumentieren.
  • Teilnahmebestätigungen vollständig erfassen und verfügbar halten.
  • Fehlende Nachweise und anstehende Fristen regelmässig prüfen.
  • Schulungsmatrix bei Funktionswechseln oder geänderten Anforderungen aktualisieren.

Quellen

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