WiseRay Ratgeber

Was sind StSV und StAV? Die Strahlenschutzpflichten einfach erklärt

Interdisziplinäres Spitalteam bespricht die Strahlenschutzorganisation.

Stand: Oktober 2026

Zwei Verordnungen bestimmen, wer sich wie oft im Strahlenschutz fortbildet. Was drinsteht, was für Ihren Beruf zählt und woran eine Inspektion es prüft.

Aktualisiert: Oktober 2026

Was die StSV regelt

Die StSV (SR 814.501) ist die Schweizer Bundesverordnung zum Umgang mit ionisierender Strahlung. Sie regelt Bewilligungen, Schutzmassnahmen, Dosisgrenzwerte und die Aus- und Fortbildung aller Personen, die beruflich mit Strahlung arbeiten. Die Details zu Berufen, Unterrichtseinheiten und Teilnahmebestätigungen stehen in der Strahlenschutz-Ausbildungsverordnung (StAV, SR 814.501.261).

Drei Grundsätze

Rechtfertigung heisst: Der erwartete Nutzen einer Strahlenanwendung muss das Risiko überwiegen. Vor einem CT prüft die ärztliche Fachperson, ob die Untersuchung die klinische Frage beantwortet. Optimierung heisst: Die Exposition bleibt so gering, wie es für den Zweck vernünftigerweise erreichbar ist. Ein CT-Protokoll wird dafür an Indikation und Person angepasst. Dosisbegrenzung schützt beruflich exponierte Personen und die Bevölkerung durch Grenzwerte. Für die medizinische Exposition von Patientinnen und Patienten gelten keine Dosisgrenzwerte, sondern Rechtfertigung und Optimierung.

Wer verantwortlich ist

Alle, die beruflich mit ionisierender Strahlung umgehen, diesen Umgang anordnen oder ihr bei der Arbeit ausgesetzt sind: Radiologiefachpersonen, Ärztinnen und Ärzte mit Röntgen oder Durchleuchtung, MPA, OP-Fachpersonen, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Dentalpersonal, Chiropraktik und Mitarbeitende der Nuklearmedizin. Die Verantwortung, dass das Personal fortgebildet ist, trägt der Bewilligungsinhaber, also Praxis, Klinik oder Institut (Art. 173 StSV). Welche Gruppe Sie betrifft, zeigt der Berufswähler. Mindestens alle fünf Jahre (Art. 175 StSV). Sie dürfen den Umfang auf mehrere Kurse verteilen, solange alle in die massgebliche Fünfjahresperiode fallen. Viele legen pro Jahr einen Kurs mit 2 UE ein und sind so nie unter Druck. Mit den UE-Paketen buchen Sie den ganzen Bedarf auf einmal und lernen trotzdem in Etappen.

Was die StAV konkretisiert

Eine Unterrichtseinheit umfasst mindestens 45 Minuten. Die Anhänge der Strahlenschutz-Ausbildungsverordnung legen den Fortbildungsumfang nach Berufsgruppe und Tätigkeit fest. Teilnahmebestätigungen dokumentieren die Person, die Veranstaltung, ihren Inhalt, das Datum, den Umfang in UE und die Fortbildungsinstitution. Für bestimmte Sachverständigenfunktionen ist zusätzlich eine anerkannte Fortbildung nötig.

UE nach Beruf

Nach BAG zum Beispiel: Radiologiefachpersonen 8 UE in der Radiologie und 16 UE in der Nuklearmedizin, MPA 8 UE, Ärztinnen und Ärzte mit Durchleuchtung 8 UE, OP-Fachpersonen 8 UE, Zahnmedizin und Chiropraktik 4 UE, Dentalhygiene 4 oder 6 UE, Dentalassistenz 2, 4 oder 6 UE je nach Tätigkeit.

BerufUE in 5 JahrenWiseRay onlinePräsenzkurs, geschätztErsparnis Kursgebühr
Radiologiefachperson, Radiologie8 UECHF 129CHF 700 bis 950ab CHF 570
Radiologiefachperson, Nuklearmedizin16 UECHF 239CHF 1’300 bis 1’800ab CHF 1’060
Medizinische Praxisassistenz (MPA)8 UECHF 129CHF 700 bis 950ab CHF 570
Ärztinnen und Ärzte mit Durchleuchtung8 UECHF 129CHF 700 bis 950ab CHF 570
OP-Fachpersonen8 UECHF 129CHF 700 bis 950ab CHF 570
Chiropraktik4 UECHF 69CHF 400 bis 550ab CHF 330
Zahnärztinnen und Zahnärzte4 UECHF 69CHF 400 bis 550ab CHF 330
Dentalhygiene4 oder 6 UECHF 69 oder CHF 107CHF 400 bis 750ab CHF 330
Dentalassistenz2, 4 oder 6 UECHF 38, 69 oder 107CHF 280 bis 750ab CHF 240

Wer kontrolliert

Im medizinischen Bereich ist das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Bewilligungs- und Aufsichtsbehörde; es inspiziert Röntgen- und Nuklearmedizinbetriebe und prüft dabei die Fortbildung des Personals. Die Kantone erteilen Berufsausübungs- und Betriebsbewilligungen und können die Nachweise ebenfalls verlangen. Für Industrie und Gewerbe ist die Suva zuständig, für Kernanlagen das ENSI. Halten Sie Ihre Teilnahmebestätigungen pro Person und pro Betrieb bereit.

Ihre Checkliste

Tätigkeit bestimmen, UE-Bedarf im Berufswähler prüfen, massgebliche Fünfjahresperiode mit dem Betrieb klären, passende Kurse wählen und Teilnahmebestätigungen ablegen.

Quellen

BAG FAQ · StSV · StAV · StSG

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