Stand: 30.08.2026
Bevor ein Radiopharmakon den Patienten erreicht, wird seine Aktivität gemessen: wie der Dosiskalibrator funktioniert und warum seine Qualitätskontrolle über die richtige Dosis entscheidet.
In der Nuklearmedizin stellt man die Dosis nicht am Gerät ein, sondern verabreicht eine bestimmte Aktivität. Diese Aktivität muss genau bekannt sein, denn von ihr hängen Bildqualität und Patientendosis direkt ab. Gemessen wird sie mit dem Dosiskalibrator, auch Aktivimeter genannt.
Wie er funktioniert
Der Dosiskalibrator ist eine Bohrlochkammer: eine Ionisationskammer mit einem Schacht, in den das Fläschchen oder die Spritze gestellt wird. Die Strahlung ionisiert das Füllgas, und der gemessene Strom wird, für jedes Nuklid eigens kalibriert, in eine Aktivität in Becquerel (meist MBq) umgerechnet. Weil jedes Nuklid anders strahlt, muss vor der Messung das richtige Nuklid gewählt werden.
Warum die Qualitätskontrolle entscheidend ist
Eine falsch messende Kammer bedeutet eine falsch verabreichte Aktivität: zu wenig führt zu einem schlechten, eventuell nicht verwertbaren Bild, zu viel zu einer unnötigen Strahlenbelastung. Deshalb gehören regelmässige Prüfungen zur Routine, vor allem die Konstanz (bleibt die Anzeige über die Zeit stabil?), die Genauigkeit, die Linearität über den Aktivitätsbereich und die Geometrie (hängt der Wert von Volumen und Behälter ab?). Alles wird dokumentiert wie jede Qualitätssicherung.
Merke: In der Nuklearmedizin beginnt der Strahlenschutz beim Messgerät. Ein gut geprüfter Dosiskalibrator ist die Voraussetzung dafür, dass die richtige Aktivität beim Patienten ankommt.
BAG-Wegleitungen zum Vertiefen: L-09-01 Qualitätssicherung von Aktivimetern. Alle Wegleitungen: BAG-Übersicht der Strahlenschutz-Wegleitungen.
Nach Kursabschluss erhalten Sie eine Teilnahmebestätigung mit den absolvierten Unterrichtseinheiten.


