Stand: 31.08.2026
Wo Strahlenschutz und Gefahrgutrecht zusammentreffen: wie Radiopharmaka und Quellen sicher verpackt, gekennzeichnet und befördert werden, und wer dafür verantwortlich ist.
Jede nuklearmedizinische Abteilung lebt von täglichen Lieferungen: Kurzlebige Radiopharmaka müssen frisch ankommen, sonst sind sie zerfallen. Dieser Transport radioaktiver Stoffe ist doppelt reguliert, denn hier treffen das Strahlenschutzrecht und das allgemeine Gefahrgutrecht aufeinander. Beide Regelwerke greifen ineinander, und genau diese Schnittstelle ist im Alltag ein wiederkehrendes Thema.
Verpackung und Kennzeichnung
Radioaktive Stoffe werden in geprüften, abgeschirmten Versandstücken befördert, deren Bauart die Dosisleistung an der Oberfläche begrenzt. Kennzeichnung, Kategorisierung und Begleitpapiere richten sich nach international harmonisierten Vorschriften. Für den Strassentransport in Europa ist das die ADR. Die Versandstücke tragen je nach Strahlung definierte Etiketten, an denen Beförderer und Empfänger sofort erkennen, womit sie es zu tun haben.
Dosisleistung und Kategorien
Versandstücke werden nach der gemessenen Dosisleistung an der Oberfläche und in einem festen Abstand in Kategorien eingeteilt (von kaum messbar bis erhöht). Aus der Kategorie folgen die Anforderungen an Handhabung, Stapelung, Stellplatz im Fahrzeug und Beförderung. So bleibt die Belastung für Fahrer und Umfeld kontrolliert.
Wer welche Pflichten hat
Absender, Beförderer und Empfänger haben jeweils klar definierte Pflichten, von der korrekten Verpackung über die Papiere bis zur Annahmekontrolle. Ab einem gewissen Umfang braucht es eine Gefahrgutbeauftragte Person. Für eine nuklearmedizinische Abteilung ist vor allem die saubere Übernahme an der Schnittstelle Lieferant, Transport und internes Hot-Lab wichtig: Dort wird das Versandstück kontrolliert, die Aktivität verbucht und die Abschirmung weiterverwendet.
WiseRay-Bezug: Die externe Fachbegleitung von Laboren und Transportbeteiligten im Umgang mit Radionukliden gehört zum nuklearmedizinischen Schwerpunkt.
Häufige Fragen
Was ist beim Transport radioaktiver Stoffe zu beachten?
Das Versandstück muss je nach Dosisleistung an der Oberfläche korrekt kategorisiert, gekennzeichnet und dokumentiert sein. Gefahrgutrecht und Strahlenschutz greifen ineinander.
Was bedeuten die Kategorien I-WEISS, II- und III-GELB?
Sie ordnen das Versandstück nach Dosisleistung an der Oberfläche und in einem Meter Abstand ein. Mit der Kategorie steigen die Anforderungen an Handhabung und Beförderung.
Wer darf radioaktive Stoffe transportieren?
Nur entsprechend geschulte Personen mit den nötigen Bewilligungen und Dokumenten. Die Verantwortung für Verpackung und Begleitpapiere ist klar geregelt.

