Stand: 30.08.2026
Das beste Bild nützt nichts, wenn der Monitor es falsch zeigt: warum Befundmonitore kalibriert und geprüft werden und wieso das oft unterschätzte Glied der Qualitätskette ist.
Jede digitale Bildgebung endet am Monitor. Egal wie gut eine Aufnahme technisch ist: Zeigt der Bildschirm die feinen Grauwertunterschiede nicht korrekt, geht diagnostische Information verloren, und niemand merkt es. Genau deshalb sind Bildwiedergabesysteme ein vollwertiger Teil der Qualitätssicherung und nicht bloss Zubehör.
Befund- ist nicht gleich Betrachtungsmonitor
Für die eigentliche Befundung gelten deutlich höhere Anforderungen an Leuchtdichte, Kontrastumfang, Auflösung und Kalibrierung als für reine Betrachtungs-, Demonstrations- oder Stationsmonitore. Einen Befund am falschen Bildschirm zu stellen, kann subtile Pathologien unsichtbar machen.
Graustufenkalibrierung (DICOM GSDF)
Das menschliche Auge nimmt Helligkeitsunterschiede nicht linear wahr. Damit Grauwerte über verschiedene Geräte hinweg wahrnehmungsgerecht und konsistent erscheinen, werden Befundmonitore nach einer standardisierten Graustufenkennlinie kalibriert, der DICOM Grayscale Standard Display Function. So sieht ein Befund auf jedem geprüften Monitor gleich aus.
Abnahme- und Konstanzprüfung
Wie bei jedem Strahlenschutzgerät gibt es eine Abnahmeprüfung bei Inbetriebnahme und regelmässige Konstanzprüfungen, die Leuchtdichte, Homogenität und Kennlinie kontrollieren. Auch das Umgebungslicht am Befundarbeitsplatz wird berücksichtigt, denn ein zu heller Raum überstrahlt feine Kontraste.
Oft unterschätzt: Ein dekalibrierter Monitor kann subtile Befunde unsichtbar machen. Qualitätssicherung endet nicht am Detektor, sondern erst am Auge der befundenden Person.
BAG-Wegleitungen zum Vertiefen: Anforderungen an medizinische Befundmonitore und technische Qualitätssicherung. Alle Wegleitungen: BAG-Übersicht der Strahlenschutz-Wegleitungen.

