Stand: 01.09.2026
Funktion statt Form sichtbar machen: die drei Verfahren der nuklearmedizinischen Bildgebung, wie die PET über Koinzidenz misst, und warum Hybridgeräte heute Standard sind.
Die nuklearmedizinische Diagnostik bildet Funktion statt Anatomie ab. Ein Radiopharmakon reichert sich in einem Zielgewebe an, und die von dort ausgesandte Strahlung wird von aussen gemessen und zu einem Bild der Stoffwechsel- oder Funktionsverteilung verrechnet. Welches Gerät zum Einsatz kommt, hängt davon ab, welche Strahlung das verabreichte Nuklid aussendet.
Planare Szintigrafie
Die einfachste Form: Eine Gammakamera steht über der Region und nimmt ein flaches, zweidimensionales Bild der Verteilung eines Gammastrahlers auf, meist Technetium-99m. Typische Anwendungen sind die Schilddrüsen- oder die Skelettszintigrafie.
SPECT
Die Single-Photon-Emissions-Computertomografie lässt dieselbe Gammakamera um den Patienten rotieren und rekonstruiert daraus Schnittbilder. Aus der flachen Projektion wird so eine räumliche Verteilung, vergleichbar mit dem Schritt von der Röntgenaufnahme zur CT.
PET: Messen über Koinzidenz
Die Positronen-Emissions-Tomografie nutzt Positronenstrahler, am häufigsten Fluor-18 im Traubenzucker-Tracer FDG. Jedes ausgesandte Positron trifft sofort auf ein Elektron, beide vernichten sich, und dabei entstehen zwei Photonen, die fast exakt in entgegengesetzte Richtung fliegen (etwa 180 Grad; weil sich das Paar beim Zerstrahlen noch minimal bewegt, weicht der Winkel um rund ein Viertelgrad ab). Der Ring aus Detektoren registriert nur solche Paare, die gleichzeitig (in Koinzidenz) ankommen, und weiss daraus, dass das Ereignis auf der Verbindungslinie lag.
Dieses Koinzidenzprinzip macht die PET sehr empfindlich und gut quantifizierbar. Aus der Anreicherung lässt sich ein Zahlenwert (der SUV) bestimmen, der Verläufe vergleichbar macht, etwa um auf eine Therapie anzusprechen.
Hybridbildgebung als Standard
Funktion allein sagt oft nicht, wo genau im Körper sie sitzt. Deshalb sind heute Kombinationsgeräte Standard: SPECT/CT und PET/CT, zunehmend auch PET/MR. Sie legen die funktionelle Anreicherung direkt über die Anatomie. Medizinphysikalisch sind hier Kalibrierung, Konstanzprüfung und die korrekte Quantifizierung zentrale Aufgaben, damit die Zahlenwerte verlässlich sind.
Schutzaspekt: Nach der Gabe wird der Patient selbst zur Strahlenquelle. Abstand, kurze Kontaktzeiten und Aufenthaltsregelungen schützen Personal, Angehörige und Umfeld, bis die Aktivität abgeklungen ist.
Nach Kursabschluss erhalten Sie eine Teilnahmebestätigung mit den absolvierten Unterrichtseinheiten.


