Stand: 01.09.2026
Aus diagnostischen Referenzwerten echte Optimierung machen: der Kreislauf aus Dosis erfassen, mit dem DRW vergleichen, Protokolle anpassen und die Wirkung kontrollieren.
Diagnostische Referenzwerte (DRW) nützen nur, wenn man etwas mit ihnen tut. Ein DRW auf dem Papier senkt keine Dosis. Erst der betriebliche DRW-Prozess macht aus der Kennzahl eine laufende Optimierung. Er ist einfach im Prinzip und wirkungsvoll, wenn er konsequent als Kreislauf gelebt wird.
Die vier Schritte
- Erfassen: Die typischen Dosiswerte je Untersuchung systematisch sammeln, idealerweise automatisch über ein Dosismanagement-System (siehe Dosismanagement).
- Vergleichen: Den eigenen Median je Untersuchung gegen den diagnostischen Referenzwert halten.
- Optimieren: Bei systematischer Überschreitung das Protokoll prüfen und anpassen (siehe Protokollreview).
- Kontrollieren: Nach der Änderung erneut messen, ob die Wirkung eingetreten ist, und den Kreislauf von vorn beginnen.
Worauf es ankommt
Der DRW ist ein Orientierungs- und Optimierungswerkzeug, kein Grenzwert: Eine einzelne Überschreitung bei einem kräftigen Patienten ist normal, eine systematische Überschreitung des Medians ist das Signal. Genauso wichtig ist, deutlich unter dem DRW zu liegen, ohne die Bildqualität zu opfern. Der Prozess braucht klare Verantwortung und einen festen Turnus, sonst schläft er ein.
Schweiz: Die diagnostischen Referenzwerte werden vom BAG publiziert; massgeblich ist die aktuelle Fassung. Die konkreten Zahlen gehören in den betrieblichen Prozess, nicht in eine pauschale Aussage.
BAG-Wegleitungen zum Vertiefen: R-06-04 Diagnostische Referenzwerte in der Projektionsradiologie. Alle Wegleitungen: BAG-Übersicht der Strahlenschutz-Wegleitungen.
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